Kapitel 1: Die Lampe 

Ich schaue mir eine Lampe an. Die an der Decke. Die, die an der Decke hängt.

Ihre Form, ihre Farbe – ganz fokussiert schaue ich auf sie. Ich schaue immer noch. Plötzlich verliere ich sie aus den Augen, obwohl ich an meinem Blick nichts verändert habe. Dabei wird mein Blick leer… Durch eintausend Gedanken, die in meinem Kopf umher strömen. Mal wieder.

Verdammt.

Dabei suche ich doch gerade den Ort, den Raum, mein Nest… der Ruhe. Aber mit Gedanken wird das nichts. So finde ich keine Ruhe. Sie kommen von überall her und bleiben einfach da. Mein Kopf rebelliert gegen Ruhe. Danke auch!

Mittlerweile habe ich schon vergessen, dass diese Lampe überhaupt im Raum hängt. Ist sie überhaupt noch da?

So geht es mir aber bei vielen Dingen. Viele Dinge, Menschen… verliere ich aus den Augen, da ich immer etwas machen muss.  Muss? Ja, muss. Ich muss funktionieren, immer. Ich muss überall sein, überall… sonst verpasse ich noch etwas. Etwas GROßES! Einzigartiges. Dabei sein alleine reicht nicht, präsent und aufmerksam muss ich sein, wie… HEY ICH LEBE! So ungefähr, sonst bin ich sowas von GameOver.

Die Lampe hängt noch dort. Mittlerweile ist sie unerreichbar für mich. Ich kann nichts mehr mit ihr anfangen, denn ich vergesse sie andauernd  durch meine wirren Gedanken, pardon, wichtigen Gedanken.

Vor lauter Gedanken habe ich vergessen wie schön sie ist. Wie schön, eigentlich, alles um mich ist oder sein kann. Ist. Aber ich finde trotzdem kein Ort der Ruhe, denn dann wäre ich angekommen und … zufrieden.

Zufriedenheit ist heute verdammt selten geworden. Und nicht mehr Mainstream sein zu wollen ist heute auch Mainstream. Deswegen muss ich unzufrieden sein. Ich bin ja nicht Mainstream. Also doch, bin ich. Eigentlich auch egal. Uneigentlich nicht. All das wegen dir.

Lampe.

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