Kapitel 2: Mehr 

​Mach für mich die Musik an, 
wenn ich an der Tür stehe
und meine Füße aus deiner Wohnung treten.
Sieh nochmal unsere Zeit vor deinen Augen, ich mach das auch,
…immer wieder.
Ich würde gern sagen:
„Ist schon okay“…
Aber irgendwie fühlt es sich so nicht an.
Irgendwie falle ich immer in Trance dabei.
Ich weiß nicht warum.
Ich werde es auch nie wissen,
habe nämlich schon längst den Eingang verlassen.
Dann lauf ich erstmal, immer,
vorbei am Kiosk an der Ecke,
hier fehlt ein K am Schild. Schon immer. Leicht flackerndes Licht. 
Geruch nach Bier.
Vorbei an den Hippies, Gangstern und bunten Vögeln.
Es wird dunkel.
Langsam.
Die Stadt fängt an zu tanzen.
Sie pulsiert, denn sie schläft nie.
Ich bleib aber still und hab unsere Zeit vorm Auge.
Dabei höre ich die Musik.
Atme tief ein.
Schließe die Augen.
Lasse sie zu.
Lass die Gefühle zu.
Die Musik wird lauter. Immer lauter.
„Ist schon okay“,
würde ich gerne sagen.
Ich öffne meine Augen.
Das war alles was wir gebraucht haben.
Wir haben uns gebraucht in der ganzen Isolation der Großstadt.
Ganz kurz, immer wieder.
Du bist wie der One-Night-Stand, der einen aber nicht loslässt.
Führ es dir nochmal vor deine Augen,
kaputt gehen kannst du ja nicht.
Deswegen bitte ich dich:
Lass für mich die Musik an,
wenn ich weg bin.
Lass Stille und Lärm eins werden,
wenn ich weg bin.
Dann bleibt da viel mehr als Erinnerung.

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